Die Corona-Pandemie verlangt Eltern und Kindern einiges ab. Immer wieder gibt es Unerwartetes zu organisieren und Unvorhersehbares zu planen. Der Familienalltag muss gemanagt werden – oft ohne die äußeren Bedingungen zu kennen, die morgen, in einer Woche oder in einem Monat gelten. Das macht es nicht gerade leichter, anstehende Entscheidungen zu treffen oder Aufgaben verlässlich auszuhandeln. Wie können wir auch in der nächsten Zeit risikoarm in Kontakt sein? Was ist mit Besuchen bei den Großeltern, wenn die Coronasituation sich wieder verschärft?
Es braucht Kraft, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen. Da ist es gerade für Mütter und Väter wichtig, sich selbst zwischendurch aufmerksam und wohlwollend in den Blick zu nehmen. Sich gelegentlich einen Augenblick des Innehaltens zu gönnen, ist nicht egoistisch: Wer für andere da sein möchte, darf auch sich selbst dabei nicht aus den Augen verlieren. Oft reichen ein paar Minuten in einer ganz alltäglichen Situation, um einen kurzen Check zu machen - morgens beim Duschen, beim Wäsche sortieren, auf der Fahrt zur Arbeit …
Wenn Sie feststellen, dass ihr innerer Energietank gegen Reserve geht, ist es höchste Zeit, etwas zu tun. Wie können Sie gut auftanken? - Um diese Frage zu beantworten, hilft ein Blick in die Vergangenheit. Vielleicht haben Sie vor Corona beim Sport neue Kräfte gesammelt? Oder bei Treffen mit Freunden? Tipp: Sollten Sie feststellen, dass Sie sich komplett überfordert fühlen, könnte es sinnvoll sein, professionelle Unterstützung zu suchen. Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen in Ihrer Nähe können Sie unter www.katholische-beratung.de finden.
Vieles geht unter veränderten Bedingungen auch jetzt: Ein Abendspaziergang mit einem Sportskollegen statt des Sportkurses in der Halle. Eine gemütliche Begegnung mit Freunden und Freundinnen per Videochat. Seien Sie kreativ und erfinderisch. Oft entlastet es bereits, sich innerhalb der Familie auszutauschen. Nicht im Sinne einer ‚Jammerrunde‘, sondern als Chance, die Lage gemeinsam zu bewältigen. Vielleicht hat ihr Partner/ihre Partnerin noch Ideen? Oder Ihre Kinder kommen auf Lösungen, die Sie gar nicht auf dem Schirm hatten?
Sprechen Sie in der Familie gezielt an, wo Sie sich Hilfe wünschen. Überlegen Sie gemeinsam, wer welche Aufgaben übernehmen könnte. Tages- und Wochenpläne schaffen eine Struktur und bieten Eltern und Kindern eine Orientierung zu den Abläufen zuhause. Im Internet gibt es viele kostenlose Anregungen und Vorlagen für solche Familien-Pläne.
Ziehen Sie den Kreis nicht zu klein, wenn Sie darüber nachdenken, wer Ihnen zur Seite stehen könnte. Vielleicht gibt es neben der Familie und Freunden auch noch andere Personen, die Sie um Rat fragen oder um einen Gefallen bitten können? - Beispielsweise Eltern in einer ähnlichen Situation, die Sie aus der Kita oder der Schule kennen. Es gibt über soziale Medien viele Möglichkeiten sich ‚auf Abstand‘ zu vernetzen und sich auszutauschen.
Patentrezepte, um ständige Planänderungen in den Griff zu bekommen, gibt es nicht. Für einige (erwartbare oder mögliche) Szenarien lassen sich allerdings vorab auf die eigene Familie zugeschnittene ‚Notfallpläne‘ schmieden. Holen Sie dazu möglichst umfassende Informationen ein und sprechen Sie mit anderen Eltern, welche Lösungen sie gefunden haben.
Wenn Kita oder Schule coronabedingt schließen:
Die Texte der Elternbriefe basieren auf dem Ansatz von „Kess-erziehen“. „Weniger Stress. Mehr Freude.“ ist das Motto der Kess-Kurse. Informationen finden Sie unter: www.kess-erziehen.de
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